Das Wesentliche ostasiatischer Behandlung des Menschen



Die westliche Medizin definiert Krankheit als eine Veränderung der körperlichen oder psychischen Verfassung. Diese Veränderung wird meist von einem Gefühl des Leidens begleitet. Die Schul-Medizin antwortet darauf mit Therapiemaßnahmen, die die unmittelbar zu beobachtenden Symptome heilen sollen, leider jedoch ohne sich um die tieferen Gründe und den weit zurückliegenden Ursprung der Krankheit, noch um die Begleiterscheinungen der betreffenden Therapie zu kümmern. Ganz anders ist es mit der Medizin des Ostens.

Die Krankheit wird hier stets im Zusammenhang mit der Ganzheit des Lebewesens gesehen und dieses als das Ergebnis einer beträchtlichen Vielzahl untereinander abhängiger und sich gegenseitig  ergänzender Gegebenheiten.  Wenn eine Krankheit ausbricht,  gibt es dafür im Allgemeinen  nicht nur einen einzigen Grund.  So wird nicht nur die körperliche  und psychische Verfassung des Patienten  in Betracht gezogen, sondern auch alle äußerlich und innerlich wahrnehmbaren Einflüsse, die Erbfaktoren, die moralischen Vorstellungen, die Stimmungen, das Temperament, das soziale Umfeld. 
Taisen Deshimaru Roshi
(japanischer Zen-Meister)